New York Marathon - Running - eyves

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New York Marathon

eyves
Herausgegeben von in Running ·
Der Mythos wird zur Realität: New York! Wow, die Vorfreude ist gigantisch! Eigentlich ein Marathon zur Krönung einer Läuferkarriere, doch bei mir soll's bereits beim sechten Mararthon der Fall sein. :) Hinflug findet am Freitag statt und wir gehen am gleichen Tag gleich die Startnummer holen. Samstag dann chillen mit dem Hop-on-hop-off Bus, Pasta und alles easy nehmen. Nicht ganz so einfach in einer so hecktischen Stadt.
Das Wetter... sehr ähnlich wie Berlin. Allerdings zu Beginn noch trocken. Um 4 Uhr, hätte der Wecker losgehen sollen, der versagt jedoch. :o Panik bricht dann eine halbe Stunde später aus, als ich die Zeit bemerke. Schnell schnell duschen, schnell schnell Hafermüesli futtern, schnell schnell anziehen und letzte Vorbereitungen treffen um um 5.30 bei der Public Library zu sein um einer der zahlreichen Busse zu erwischen, die zum Start auf Staten Island gehen. Alles bestens, bin wieder im Zeitplan. Ziemlich genau um 6 bin ich auf dem Startgelände, nun gilt es 3.45 Stunden zu warten...
Eine lange Zeit, die jedoch irgendwie schnell vergeht. Jedem geht es gleich, daher gilt es sich auszutauschen und zu freuen.
Ungleich zu anderen Marathon, gibt es keine lautstarke Musik, die einem aufpeitscht. Dafür wünschen unzählige freiwillige Helfer einem viel Erfolg. Die Emotionen schiessen so schon vor dem Start hoch. CNN gebe ich noch kurz ein Interview; wie auch bei den Ansprachen vom Bürgermeister, Rennveranstalter und Co, sind die Terroranschläge vor ein paar Tagen leider im Vordergrund.
Schliesslich geht's rund 45 min vor Start auf die Brücke - Pinkeln auf der Brücke strengstes verboten. Doch die ersten haltens nicht mehr lange aus und so wird fleissig uriniert. Doch bald ertönt die Nationalhynme und danach der Kanonenschuss. Ohne die Möglichkeit gehabt zu haben sich einzulaufen, geht's los Richtung Manhattan mit den Zwischenziele Brooklyn, Queens und Bronx. Zuschauer sind auf den Brücken nicht erlaubt. Daher sind die ersten 2 km eher ruhig. Zuerst geht's die Brücke rauf, d.h. nichts überstürtzen und Tempo tief halten. Zuerst mal aufwärmen. Runter geht's schon zügiger und das erste Bad in der Menschenmenge verspricht vieles, die Leute toben und feuern an, was das Zeugs hält. Wahnsinn! So fliegen die ersten KM an mir vorbei. Verpflegung gibt's alle Meilen, nach den ersten 3. D.h. nicht vergessen, wann's Zeit ist zum trinken und Gel. Passt alles. Um KM 16 entdecke ich ein Schweizer-Shirt vor mir vom London-Marathonausflug im Frühling. Ich brauche eine Weile, bis ich aufschliesse und "Tobi" auf die Schulter klopfe. Ein anderer Schweizer, der es eilig hat nach Central Parc zu kommen. Wir laufen von nun an zusammen. Beim Raufgehen nehme ich jedoch Tempo raus und schliesse anschliessend die Lücke wieder. Es läuft super, halb-Marathon in 90min. In der Zwischenzeit hat der Nieselregen zugenommen und es ist kalt. Trotzdem, weiter so. Die Brücken haben's aber in sich. Wieder Tempo etwas raus und wieder zu Tobi aufschliessen. Tobi verliert jedoch etwas an Tempo, nach einem kurzen Ansporn haftet er sich an meine Fersen. "The Wall"?! Nicht viel zu merken. Heute ist mein Tag! Der Magen meldet sich zwar zwischendurch, doch legt sich auch wieder. KM 37 geht's dem Central Parc entlang etwas hoch. Ich hab in der Zwischenzeit etwas Zeit verloren. Höchste Zeit diese aufzuholen, denn ich fühle mich gut. Die Zehen geben allerdings Krampferscheinungen, doch die halten sich in Grenzen. Doch beim Beschleunigen, dann plötzlich ernsthaftere Krampferscheinungen. Das darf doch nicht wahr sein! Tempo wieder etwas raus und hoffen, dass die Krämpfe nicht zunehmen. Ich hoffe vergebens und werde gezwungen eine Dehnpause einzulegen. Sofort kommt ein Polizist daher und fragt, ob ich medizinische Hilfe brauche. Nein, ich pack's und weiter geht's nach einer erneuten Dehnpause. So quäle ich mich weiter Richtung Ziel. Letzte Kurve, schon fast geschaft und schon wieder schnappt der rechte Oberschenkel zu ohne nachzulassen. :( Erneute Dehnpause und ein Freiwilliger, der sich erkundigt, ob ich medizinische Hilfe brauche. Nein, es sind verdammt nur noch rund 400m! Kein Schlussspurt, sondern ein Zielhumpeln nach 3.10 Stunden. Ich bin superhappy und trotz allem zufrieden. Ich hatte mir als Ziel genommen den Marathon ohne Zielzeit zu geniessen und das hab ich, es war der Hammer!!! Ein Riesenerlebnis, das nicht so schnell wieder vergessen wird.

Der Weg raus aus dem Zielgelände nimmt kein Ende, ich beginne zu frieren, doch es ist einfach nur super. Tobi sehe ich leider nichtmehr und kannihn zu seinen 3.06 nicht gratulieren. Nach 30-40min hab ich's endlich zu meiner treusten und liebsten Supporterin geschaft, bin happy. Wow, war das eben gerade der New York Marathon? Yes it was Baby.


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